Tipps für die Direktvermarktung
Die
Direktvermarktung muss nicht neu erfunden werden, war sie doch bis in
das 20. Jahrhundert hinein der Regelfall. Auf dem Markt wurde verkauft,
was der Boden hergab und ortsansässige Einzelhändler
übernahmen oft den Rest. Auch der Hofverkauf war nicht
unbekannt. Lebensmittel und verwandte Erzeugnisse wurden
überwiegend regional vermarktet, größere
Warentransporte waren die Ausnahme.
Erst
der Ausbau der Transportwege und die damit verbundene
Mobilität von Waren beendete diese Ära. Handelsketten
gewannen zunehmend an Bedeutung und das sich rasant verbessernde
Verkehrsnetz ermöglichte den schnellen Transport von Waren
aller Art.
Damit
war der Grundstein für den Aufstieg großer
Handelsketten gelegt, mit oft fatalen Folgen für die deutsche
Landwirtschaft. Mit Ihrer zunehmenden Marktmacht bestimmten die
Handelsketten schnell die Preise und waren wesentlich beteiligt am
Untergang des Lebensmitteleinzelhandels. Durch ihre Sortimentspolitik
waren Einzelhändler meist nicht mehr konkurrenzfähig
und die Landwirte ihrer traditionellen Absatzwege beraubt. Der
derzeitige Kampf der Handelsketten untereinander verschärft
noch die Situation für die traditionelle Landwirtschaft, denn
der jahrelange Preiskrieg der Ketten führte zu einem sehr
niedrigen Preisniveau bei Lebensmitteln, das sich zu Lasten der
Einkommen von landwirtschaftlichen Betrieben auswirkte. Dieser Staus
Quo macht es für Landwirte mehr denn je unabdingbar
über neue Vermarktungsstrategien nachzudenken. Voraussetzung
hierfür sind Fachkenntnisse, wie sie bislang nicht gefordert
waren, etwa in betriebswirtschaftlichen Fragen oder in Fragen der
Marktpsychologie. Hier sind Berater gefragt, die den Landwirt begleiten
und ihn in allen relevanten Fragen unterstützen.
In
dieser Rubrik werden Themen behandelt, die in Zukunft das strategische
Handeln vieler Landwirte bestimmen werden. Dabei geht es neben
betriebswirtschaftlichen Fragen wesentlich um Vermarktungsstrategien,
wobei die Direktvermarktung eine bedeutende Rolle spielen wird.