Die meisten Obstbauern haben es bereits erkannt:
Äpfel und Birnen lassen sich nicht nur als Obst vermarkten
sondern lassen sich auch veredeln, beispielsweise zu Marmelade,
Apfelsaft, Obstbrand oder Apfelchips. Erfolgreiche Beispiele zeigen
hier, dass ein veredeltes Produkt mit einem gekonnten Marketing und
womöglich noch einem eigenen Warenzeichen sich am Markt sehr
erfolgreich behaupten kann und somit dem Landwirt eine
zusätzliche Einnahmequelle erschließt.
Leider gibt es aber immer noch genügend Beispiele wo Landwirte
in ihrem Hofladen ausschließlich ihre angestammten Produkte
verkaufen, ein Erweiterungssortiment teuer hinzugekauft haben und jetzt
auf Kundschaft warten. Dabei ließe sich diese Zeit sinnvoller
nutzen. Nachfolgend sollen einige Anregungen vermittelt werden, wie die
Produktveredelung in der Praxis funktionieren kann.
Beispiel
Fleisch/Wurst:
Sie züchten Schweine oder Rinder und wollen diese direkt
vermarkten ? Dann denken Sie doch einmal darüber nach, ob Sie
nicht auch eigene Wurst oder Schinken herstellen können.
Gerade in der Produktveredelung liegen sehr interessante Handelsmargen,
die Sie für Ihren Betrieb nutzen können. Warum also
die Wurst oder den Schinken teuer einkaufen, um diese Produkte
überhaupt anbieten zu können, denn Sie
müssen sie anbieten, weil Ihre Kunden überwiegend ein
umfangreicheres Produktsortiment wünschen.
Und wenn Sie im zweiten Schritt für Ihren Schinken
über die Anschaffung eines Räucherofens nachdenken,
sollten Sie sich fragen, ob Sie nicht auch für andere
Betriebe, mit denen Sie nicht konkurrieren, gegen Entgelt
deren Fleisch mit in den Rauch hängen. Auf diesem Weg lassen
sich zusätzliche Einnahmequellen erschließen.
Sollten Sie eine gewisse Betriebsgröße erreicht
haben, so macht es gar Sinn, dass Sie Ihren Sohn das Handwerk des
Fleischers erlernen lassen , um Ihre Fleischprodukte im eigenen
Ladengeschäft direkt zu vermarkten.
Beispiel
Milch/Käse:
Wenn Sie eine Milchwirtschaft betreiben, dann liegt die
zuätzliche Produktion von Käse, Joghurt, Butter und
Quark auf der Hand. Die Investitionskosten in diesem Segment sind
überschaubar und der Erfolg Ihrer Produkte wird an der
Produktqualität und an Ihrem Vertriebstalent gemessen werden.
Und sollte Ihr Käse ein Erfolg werden, so
läßt sich Milch meist problemlos hinzukaufen. Zur
Erweiterung Ihres Käsesortiments sollten Sie in einem zweiten
Schritt über die Anschaffung von Schafen und Ziegen
nachdenken. Der Käse dieser Tiere gewinnt zunehmend an
Popularität und auch das Fleisch läßt sich
sehr profitabel vermarkten.