Zweifelsohne
ist der Ökolandbau eine Wachstumsbranche, denn
die Nachfrage nach biologisch erzeugten Lebensmitteln steigt
kontinuierlich und
ein Ende des Trends ist nicht absehbar. Im Gegenteil, es gibt Studien
die
belegen, dass in der Bevölkerung ein langfristiger
Bewusstseinswandel
stattfindet, der die Bedeutung einer gesunden Ernährung neu
gewichtet.
Somit stellt sich für viele Landwirte die
Frage, ob eine
Umstellung auf eine ökologische Bewirtschaftung sinnvoll ist.
Wer seinen Betrieb
aus ideologischen Beweggründen umstellen wollte hat dies
bereits in der
Vergangenheit getan, mithin kommt eine Umstellung nur in Frage, wenn
sie
betriebswirtschaftliche Vorteile bringt und mit der aktuellen Situation
des
Betriebes vereinbar ist.
Um diese Frage zu klären empfiehlt sich
eine
Umstellungsberatung, die derzeit noch im Rahmen des Bundesprogramms
„Ökolandbau“ mit 50% und maximal 1000 Euro
gefördert wird. Im Rahmen dieser
Beratung werden die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen des
Betriebes
individuell analysiert und eine Ertragsprognose erstellt. So
lässt sich nur im
Einzelfall beurteilen, ob eine Umstellung wirklich sinnvoll ist oder
auch
nicht. Indes ist ein eindeutiger Trend zu verzeichnen, der für
eine Umstellung
spricht.
So wurden für das Wirtschaftsjahr
2004/2005 die
Buchführungsergebnisse von 333 ökologisch
wirtschaftenden Haupterwerbsbetrieben
und Personengesellschaften im Rahmen des
BMELV-Testbetriebnetzes
ausgewertet. Laut Agrarbericht der Bundesregierung 2006 mit der
Übersicht
"Betriebe des ökologischen Landbaus im Vergleich" zeigt der
Vergleich
für das Wirtschaftsjahr 2004/2005:
Auch im
Vergleich einzelner Betriebsformen ergaben sich für
die ökologisch wirtschaftenden Betriebe höhere
Gewinne als für die
konventionell wirtschaftenden Betriebe.
(Quelle:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz)
Dieses
Ergebnis überrascht nicht, denn zunehmend sind die Verbraucher
bereit für eine
gesunde Ernährung und bessere Qualität auch
höhere Preise zu zahlen. Je nach
Vermarktungsstrategie entstehen durch dieses Konsumentenverhalten für den einzelnen
Landwirt zusätzliche
Chancen, denn höhere realisierbare Preise bedeuten auch
zusätzliche
Gewinnmargen. Überproportional profitieren können von
diesem Trend Landwirte
nahe von Ballungsräumen wirtschaften sowie geborene Vermarktungstalente, die
ein Gefühl für
die Wünsche Ihrer Kunden haben.
Stellt
sich immer noch die Frage, welchen Verband der Landwirt beitreten
möchte um das
begehrte Biosiegel zu erhalten. Ob Bioland, Demeter, Naturland oder
Gäa, die
Auswahl ist groß und es empfiehlt sich unbedingt eine
umfassende Information
über die jeweiligen Verbandsrichtlinien.
(Dipl.
Kfm. Gordon Eggers, Unternehmensberater)